Das neue Einkaufszentrum

 

Das Einkaufszentrum am Bahngelände

 

Pleiten, Pech und Pannen rund ums Bahngelände

Schon die Schleifkottenbahn hatte mit dem Bahngelände kein Glück. Immer neue, teils unangemessene Auflagen und so gut wie keine Unterstützung aus der Politik verhinderten schließlich, dass hier so innovative und neue Techniken wie der Container-Lift und das SchienenTaxi entwickelt und stationiert werden konnten. Das hätte Arbeitsplätze geschaffen, Halver enormen Ruhm und vermutlich auch mehr Tourismus gebracht und vor allem auch Geld in die Stadtkasse. Doch das war auch in Halver politisch nicht gewollt…

Und nun wird „endlich“ an dem seit Jahrzehnten geplanten Einkaufszentrum gewerkelt. Doch die Arbeiten und damit das Einkaufszentrum stehen unter keinem guten Stern wie es scheint, denn es geht jetzt so richtig los – mit den Pleiten, Pech und Pannen:

23.07.2015: Beim Häckseln des Grünabfalls am Bahnhofsgelände flogen bis zu 10 Zentimeter große Metallteile wie Geschosse durch die Gegend und schlugen Löcher in Hauswände und Fensterscheiben in der Hagedornstraße.

04.08.2015: Für den obligatorischen „ersten Spatenstich“ erwischte man ausgerechnet den Tag mit dem schlechtesten Wetter dieser Wochen. Es regnete und erst als die Beteiligten beim Umtrunk im Kulturbahnhof weilten hörte der Regen auf.

05.08.2015: Am Nachmittag wird durch eine Baggerschaufel ein Telefonkabel durchtrennt. Der Schaden ist immens. Rund um den Kulturbahnhof fielen Telefon und Internet aus. Und auch am folgenden Abend war der Schaden noch nicht behoben. Insgesamt waren die Telefon- und Internetanschlüsse rund 2,5 Tage außer Betrieb.

09.09.2015: Um 13.20 Uhr beschädigte ein Bagger ein Stromkabel auf der Baustelle am Bahngelände. In einer Art Dominoeffekt schalteten sich daraufhin 16 Strom-Stationen ab. Etliche Haushalte im Süden Halvers, rund um Anschlag, waren daraufhin für 42 Minuten ohne Strom, da die 16 Stationen mühsam von Hand und einzeln wieder ans Netz geschaltet werden mussten.

10.2015: Im Oktober wurde mit dem Bau des Regenauffangbeckens für das Bahngelände in der Katrineholmstraße begonnen. Bei der Rohrverlegung dorthin, die zwischen den Häusern Südstraße 42 und 44 erfolgte, wurde nach Aussagen eines Anwohners des Hauses 44 an diesem Haus mindestens eine Fensterscheibe im Rahmen der Bauarbeiten zertrümmert.

19.11.2015: Die für die 48. Kalenderwoche vorgesehenen Baumaßnahmen des Anschlussbereiches Hagedorn-/Frankfurter Straße inkl. der Asphaltierungsarbeiten wurde wegen der Witterungslage auf das nächste Jahr (2016) verschoben.

17.02.2016: (Abbildung rechts: Der Unfall. Foto: © Pornchai Ertelt) Baustellen-LKW crasht einen ordnungsgemäß parkenden PKW in der Südstraße. Resultat: Ein Sachschaden von über 3.000,00 €.

06.06.2016: Bei restlichen Sanierungsarbeiten im Anschluss an die Infrastrukturarbeiten zum Bahngelände, die im Bereich Südstraße/Bahnweg stattfinden, wurde im Zuge einer Tiefbaumaßnahme von einem Arbeiter mit einer Eisenstange ein Stromkabel beschädigt. Dadurch gingen sofort die beiden benachbarten Trafostationen sowie als Schutzmaßnahme weitere 12 Stationen der Umgebung vom Netz. Das hatte einen Stromausfall von 9.33 Uhr bis 10.51 Uhr zur Folge, der nicht nur den Bahnweg und die Südstraße sondern auch die Frankfurter Straße betraf, wo deswegen sogar einige Geschäfte schließen mussten. Zudem blieben dadurch zwei Personen in einem Aufzug zu einer Arztpraxis stecken.

25.05.2017: In einem Bericht des Allgemeinen Anzeigers wird mitgeteilt, dass die Procom als bisheriger Investor des Einkaufzentrums dieses an die Hamburger private Warburg Bank verkauft hat. Auch wenn es hieß, dass dies eine durchaus übliche Praxis sei, was auch so von der Stadt Halver bestätigt wurde, bleibt ein negativer Beigeschmack. Ist Procom pleite? Diese Frage scheint berechtigt und wie es mit dem Fachmarktzentrum weitergeht bleibt abzuwarten. Eine „Überraschung“, mit der so wohl kein Bürger gerechnet hat…

 

Planung des Geländes

Für das geplante Einkaufszentrum am Bahngelände ist eine groß angelegte Neuordnung der Verkehrsverbindungen geplant und wohl auch notwendig. Am Ende des Geländes zur Südstraße hin, wo der Tannenweg abzweigt, wird ein Kreisverkehr gebaut (Foto links: Der Kreisverkehr nach der Fertigstellung. Foto: © Axel Ertelt). Hier soll auf dem Gelände eine Wohnbebauung mit 50 bis 60 Einheiten entstehen. Der Tannenweg wird verlängert und stößt dann am verlängerten Ende auf die Bahnhofstraße, die ebenfalls verlängert wird und auf die Hagedornstraße stößt. Diese wird oberhalb der Einsenbahnbrücke, im Bereich der heutigen Einmündung in die Frankfurter Straße, vorfahrtsberechtigt.

Rund 40 % des Verkehrs wird, so vermutet man, über die Zufahrt Hagedornstraße/Tannenweg erfolgen. Das gleiche Aufkommen wird für die Bahnhofstraße erwartet und die restlichen 20 % kommen über die Südstraße/Tannenweg zum Einkaufszentrum.

Im vorderen Bereich des insgesamt rund 30.000 m² großen Geländes zum Kulturbahnhof hin entsteht ein großer Parkplatz, bei dem weitgehend auf eine Begrünung verzichtet wird, da er künftig auch der Halveraner Kirmes zur Verfügung stehen soll. Die Geschäftsbereiche werden hauptsächlich rechter Hand entstehen, etwa dort, wo sich heute der Restweg der Bahnhofstraße in Richtung Südstraße befindet.

Wie der Investor, die Procom Invest GmbH aus Hamburg, geplant hatte, sollten kurz nach den Osterferien 2015 die Bauanträge für das neue Einkaufszentrum am Bahngelände eingereicht werden. Mehr als 20 Millionen Euro wird die Procom Invest GmbH für das Bauvorhaben investieren. Dann musste erst einmal die Stadt Halver aktiv werden, denn in ihr Aufgabenbereich fielen die Straßen- und Kanalbauarbeiten. Nach dem damaligen Bürgermeister Dr. Bernd Eicker sollten die Ausschreibungen dafür sofort erfolgen wenn die Bauanträge eingegangen sind. Wird dann zügig gearbeitet, hieß es, könnte der erste Spatenstich nach Beendigung dieser Arbeiten noch in diesem Jahr beginnen. Die Fertigstellung und Eröffnung könnten dann mit etwas Glück im Spätherbst 2016 oder im Frühjahr 2017 stattfinden. – Doch wie wir inzwischen gesehen haben ist man dieser optimistischen Zeitplanung weit hinterher…

 

Die Geschäfte

Bisher (Stand 15.02.2017) haben folgende Unternehmen, die sich im neu geplanten Einkaufszentrum am Bahngelände (11.400 m² Gesamtfläche) ansiedeln wollen, einen Vertrag mit dem Investor, der Procom Invest GmbH, abgeschlossen. Das sind der Discounter Aldi (1.520 m²), der dafür seine Filiale in der Hagener Straße schließen wird, sowie die neu nach Halver kommenden Unternehmen Rossmann (Drogeriekette, 920 m²), der Discounter Kaufland (4.250 m²), der Schuhdiscounter Deichmann (500 m²), der Haushaltswaren-Discounter Kodi (500 m²) sowie die Bekleidungsketten Jeans Fritz (360 m²), Mister Lady (350 m²), Takko (535 m²),und Ernsting's Family (die dafür die Filiale in der Von-Vincke-Straße 42 schließen wird). Die letzten vier werden wohl eine harte Konkurrenz für die bestehenden Bekleidungs-Einzelhandelsgeschäfte in der Frankfurter Straße und der Bahnhofstraße. Da könnten auf Dauer dann neue Leerstände entstehen. Das Sterben des Einzelhandels in der Innenstadt wird wohl nicht mehr aufzuhalten sein. Und auch die Sparkasse Lüdenscheid wird auf einer Fläche von 18 m² mit einem Geldautomaten vertreten sein.

Geplant waren außerdem ein Backshop, ein Laden mit Kleinmöbel und Bettwaren sowie ein Zoofachgeschäft. Ob solche noch kommen bleibt abzuwarten. Keines der Ladenlokale wird größenmäßig unter 300 m² liegen. Damit soll eine Abwanderung kleiner Geschäfte aus der Innenstadt zum Bahngelände verhindert werden. Insgesamt werden für das Einkaufszentrum rund 10.600 m² Mietfläche zur Verfügung stehen.

Aldi schließt seine Filiale in der Hagener Straße bereits mit dem Geschäftsschluss am Dienstag, dem 28. Februar 2017. Damit wird es rund ein halbes Jahr (sechs Monate) keine Aldi-Filiale mehr in Halver geben. Die Mitarbeiter werden auf andere Filialen verteilt und werden in der derzeitigen Konstellation wohl nicht mehr zusammen kommen. Dies teilte die Aldi-Geschäftsführung Anfang Februar 2017 kurzfristig Mitarbeitern und Kunden mit. Nach einem AA-Bericht vom 24.02.2017 [A] sagte Thomas Pfeifer, der Geschäftsführer der Aldi-Regionalgesellschaft, dass die Schließung eigentlich schon viel früher fällig gewesen wäre, da der Markt in der Hagener Straße schon lange den aktuellen Vorgaben nicht mehr entspräche. So habe er lediglich eine Verkaufsfläche von 586 m² gehabt. Heutiger Standard wären aber rund 1.200 m² Das sei notwendig um das gesamte Sortiment anzubieten. Im neuen Aldi am Bahnhof gäbe es auf 1.520 m² auch einen erweiterten Backwarenbereich und Kühlfächer im Obst- und Gemüsebereich. Eine neu konzipierte Regal- und Warenanordnung wird es genauso geben wie ein neues Farb- und Beleuchtungskonzept. – Ein völlig neuer Aldi eben…

 

Hat Lidl den Anschluss verpasst?

Durch den Umzug der Aldi-Filiale von der Hagener Straße zum neuen Einkaufszentrum auf dem ehemaligen Bahngelände befürchtet der Discounter Lidl größere Umsatzeinbußen in seiner Filiale in der Hagener Straße, die der alten Aldi-Filiale auf der anderen Straßenseite direkt gegenüber liegt. Darum möchte Lidl nun ebenfalls seinen Standort ändern und mit seiner Filiale aus der Hagener Straße in die Innenstadt ziehen. Im neuen Einkaufszentrum ist jedoch keine Freifläche mehr, die groß genug wäre. Darum sucht man bei Lidl nun nach einem neuen Standort und liebäugelt dabei mit dem Wippermann-Gelände hinter der Polizeistation, auf dem sich derzeit in den alten Wippermann-Werkshallen das soziale Kaufhaus Werkhof und die Elektroschrott-Annahme befinden.

Nach Informationen, die dem Allgemeinen Anzeiger zugetragen wurden, wie Florian Hesse berichtete (AA, 08.11.2016, „Bauvoranfrage beim Kreis: Darf Lidl in die Stadt?“), wurde kurz zuvor „ein Vermessungstrupp im Auftrage Lidls auf dem Wippermann-Gelände gesichtet“. Jedenfalls steht fest, dass Lidl bereits vor längerem eine Bauvoranfrage bei der zuständigen Baubehörde im Lüdenscheider Kreishaus gestellt hat. Bereits im Oktober 2015 hatte die Stadt Halver allerdings dem Kreis gegenüber ihr Einverständnis offiziell versagt. Das bedeutet, dass Lidl gegen den erklärten Willen der Stadt Halver dort bauen müsste. Das wiederum dürfte auf eine juristische Auseinandersetzung hinauslaufen.

Oben: Der Werkhof von der Frankfurter Straße aus gesehen. Foto: © Axel Ertelt (20179:

Im Fall, dass Lidl dort bauen würde wäre das erste Opfer das Sozialkaufhaus Werkhof, bei dem vor allem die finanzschwachen (Stichworte „Hartz IV“ und „Altersarmut“) Personen aus der Bevölkerung sich noch etwas leisten können. Immerhin bietet der Werkhof auch Beschäftigung für 59 Personen, die dann ebenfalls arbeitslos würden. Und im großen Umkreis gibt es kaum etwas Vergleichbares wie den Werkhof. Es wäre sicher ein großer, nicht ersetzbarer Verlust – nicht nur für Halver. Und: Brauchen wir in der Innenstadt einen fünften Discounter inmitten des Dreiecks Rewe, Netto sowie Kaufland und Aldi am Bahnhof? Und dann gibt es noch in Sichtweite von Rewe und Netto den Penny-Markt…

Zudem würde es ein deutlich erhöhtes Verkehrsaufkommen geben, womit ein Verkehrschaos vorprogrammiert ist. Schon jetzt ist nicht abzusehen, wie sich die Verkehrssituation nach Fertigstellung und Einweihung des neuen Einkaufszentrums im Bereich der Kreuzungspunkte Hagedornstraße und Frankfurter Straße (Ampelkreuzung) bis über die Einmündung Schützenstraße (Sackgasse ohne andere Ausfahrmöglichkeit) bis zur Einmündung der Thomasstraße in die Frankfurter Straße entwickeln wird. Und eine zusätzliche Zufahrt zwischen Schützenstraße und Thomasstraße zu einem weiteren Discounter würde das Verkehrschaos endgültig kollabieren lassen.

Oben: Das Werkhofgelände von hinten. Hier will Lidl bauen. Foto: © Axel Ertelt (2017).

Trotz aller Bedenken, bereits im November 2016 wurde bekannt, dass für den Werkhof bereits ein Abrissantrag gestellt wurde. Die Stadt Halver hat, wie es hieß, ihr Einvernehmen dazu erteilt. Dabei handelt es sich allerdings lediglich um eine baurechtliche Frage, die nicht automatisch den Abriss des Gebäudes nach sich zieht. Nach der Rechtslage darf jeder einen Antrag auf eine Abbruchgenehmigung stellen – jedoch dies unbeschadet der Rechte Dritter. Demnach kann also jeder, auch wenn er kein Eigentümer des betreffenden Objektes ist, einen Abriss beantragen. Und dies sogar ohne Verfügungsgewalt über die Immobilie oder eigentums- bzw. mietrechtliche Aspekte, die dem gegenüberstehen. Letzteres bedeutet doch dann auch, dass, wenn Lidl dort neu gebaut haben sollte, jeder mündige Bürger einen Antrag auf Abriss des neuen Lidl-Marktes stellen kann – oder was?

Anfang März wurde dann bekannt, dass der Märkische Kreis einen möglichen Abriss des Werkhofs genehmigt habe. Ob sich Lidl mit seinem Vorhaben durchsetzen kann ist nach wie vor unklar und stößt auf erbitterten Widerstand der Stadt und der Bevölkerung, da dies auch das Ende des Werkhofs bedeuten würde. Sven Keller, Standortleiter des Werkhofs widersprach nach bekannt werden der Abrissgenehmigung des Kreises den kursierenden Gerüchten, dass man Lidl zuvorkommen wolle und bereits nach einem neuen Standort suche. Inzwischen hat der Discounter Lidl den Märkischen Kreis verklagt, weil die Entscheidung über den Werkhofabriss nicht innerhalb der gesetzlichen Frist von drei Monaten erfolgte.

 

Erschließung des Geländes und Schaffung der Infrastruktur

Am Mittwoch, dem 22. Juli 2015, begannen die Arbeiten für die Erschließung und Infrastruktur des Bahngeländes. Die Bäume und Vegetation am Hang zur Hagedornstraße wurden abgeholzt (s. Foto links; Foto: © Axel Ertelt) und größtenteils in einem Häcksler zerkleinert. Dabei kam es zu einem dramatischen Zwischenfall. Zwei Metallteile wurden mit extremer Geschwindigkeit und Wucht wie Geschosse weit über die Hagedornstraße in ein Haus geschleudert. Während das eine ein dickes Loch ins Mauerwerk schlug, flog das zweite Stück durch eine Wohnzimmerscheibe ins Haus. Genau an dieser Stelle hatte wenige Sekunden zuvor noch die Bewohnerin gestanden. Kaum auszudenken, wenn das Geschoss nur etwas früher eingeschlagen wäre.

Bis zum Jahresende 2015 sollten laut Planung der Kanal und die Versorgungsleitungen verlegt und die Verlängerung des Tannenweges über die verlängerte Bahnhofstraße bis auf die Hagedornstraße fertig gestellt sein, damit hier dann die schweren Bauwagen für den Bau des Einkaufszentrums fahren können. Damit soll die Bahnhofstraße und die Innenstadt vom Schwerlastverkehr freigehalten werden. Notwendig waren in dem Bereich des Bahndamms an der Hagedornstraße und der Straßenverlängerung im Bereich Tannenweg/ Bahnhofstraße zum Oesterberg auch zwei etwa 90 Meter lange Stützmauern, die bis zu fünf Meter hoch, ebenfalls im ersten Bauabschnitt der Infrastruktur errichtet wurden.

Die Tage dieses Schildes (rechts) sind gezählt, denn es steht mitten auf dem Gelände des geplanten Einkaufszentrums. Es zeugt von besseren Zeiten, als hier noch große und innovative Zukunftsprojekte wie der Container-Lift und das SchienenTaxi von der Schleifkottenbahn geplant waren und ihre Heimat bekommen sollten. Doch die Zeiten für einen innovativen und zukunftsorientierten Schienenverkehr, der hier als Pilot- und Prestigeprojekt entstehen sollte, sind endgültig vorbei. (Foto: © Axel Ertelt)

Elf Tage nach Beginn der Bauarbeiten am Bahngelände wurde dann mit Verspätung auch der obligatorische „erste“ Spatenstich gemacht. Dies machte der damalige Bürgermeister Dr. Bernd Eicker zusammen mit Frank Bramey (Inhaber des beteiligten Ingenieurbüros), Frank von Booth (Projektentwickler), Axel Eversberg (Bauleiter), Michael Schmidt (Bau-Fachbereichsleiter) und Markus Tempelmann (Stadtkämmerer) in einem Sandhaufen.

 

Der Bau des Einkaufzentrums beginnt

Die Infrastruktur ist nach fast einem Jahr Bauzeit so gut wie fertig gestellt. Die neuen Straßenführungen sind fertig und selbst die Radwegestreifen auf Tannenweg und Hagedornstraße sind aufgemalt. Dadurch ist die Fahrbahn allerdings so schmal geworden, dass im Begegnungsverkehr – vor allem im LKW-Zulieferungsverkehr insbesondere auch des künftigen Einkaufzentrums – wohl die Radspur mit in Anspruch genommen werden muss. Das wiederum gefährdet dann die Radfahrer, die zwar eine Radspur haben aber darauf keinesfalls sicher sind. >Zudem beflügelt dieser Umstand wieder diejenigen, die meinen sie müssten auf dem Gehweg (Bürgersteig) fahren und würden lieber mal ein Knöllchen zahlen als auf der Straße rücksichtslosen Autofahrern ausgeliefert zu sein. Übrigens: Auf Gehwegen darf man nur bis zur Vollendung des 10. Lebensjahres fahren (bis 8 Jahre muss man sogar darauf fahren). Ausnahmen gibt es erst seit kurzer Zeit für den Fall, dass ein Erwachsener auf seinem Rad ein Kind mit Rad begleitet. Weitere Erwachsene müssen aber nach wie vor auf der Straße fahren.

Foto oben: Auf den neuen Infotafeln stellen sich die künftigen Geschäfte vor.
Foto unten: Schon zur Hälfte abgerissen - der alte Lieder-Baumarkt. (Fotos: © Axel Ertelt)

Am 29. Juni 2016 fand auch der obligatorische symbolische Spatenstich für das neue Einkaufszentrum statt. Daran beteiligten sich neben Halvers neuem Bürgermeister Michael Brosch und Kämmerer Markus Tempelmann von der Stadt Halver auch Bastian Hämmerle (Prokurist der Hamburger Prokom GmbH, die hier als Investor fungiert), Dirk Heesen (Aldi) und Jonas Lensing (Kaufland).

Gleichzeitig waren die letzten Tage der alten Gewerbegebäude auf dem Gelände angebrochen. Der Abriss des alten Lieder-Baumarkts war  bereits in vollem Gang. Und schon bald war vom ehemaligen Bahngelände, für das Amtmann Otto Thomas einst so hart „gekämpft“ hatte und auf das die Halveraner Bürger einmal so stolz gewesen waren, nichts mehr zu sehen…

Links der Aldi-Rohbau, in der Mitte die ersten Säulen für weitere Geschäftsbauten. Blick vom Tannenweg
auf das Baugelände. Im Vordergrund ein Teil der Freifläche, wo die Wohnbebauung stattfinden soll.
(Foto: © Axel Ertelt)

       

 Der Bau des Fachmarktzentrums im fortgeschrittenen Stadium. Fotos: © Axel Ertelt (2017).

 

Zusätzliche Wohnbebauung am Bahngelände

Im Anschluss an das Einkaufszentrum, zur Südstraße und zum Tannenweg hin, verbleibt ein 8.700 m² großes Areal, das für eine Wohnbebauung vorgesehen ist. Ursprünglich sollte der Investor Procom Invest GmbH auch dieses Gelände kaufen und für die Errichtung der Wohnbebauung sorgen. Doch die Procom Invest GmbH hätte dafür einen weiteren Investor mit ins Boot geholt, da sie selbst keine Wohnbebauungen macht. Darum wurden die Verträge geändert, so dass die Stadt Halver nun selbst die Vermarktung der Wohnbauflächen vornimmt. Ein Ansprechpartner für Interessenten ist der Kämmerer Markus Tempelmann. Erste Gespräche mit lokalen und regionalen Investoren liefen bereits im August 2015.

Entstehen sollen an diesem Standort 60 bis 70 Wohneinheiten. Da steckt wohl eine gehörige Portion Optimismus hinter, denn immerhin haben wir in den letzten Jahren eine kontinuierlich sinkende Einwohnerzahl…

Nostalgie: Das vorstehende Foto zeigt das Gelände im hinteren Bereich zur Südstraße hin. Die Wohneinheiten entstehen im hinteren Bereich – vor dem Waldrand, der sich an der Südstraße befindet. Im Vordergrund sind noch die traurigen (Schienen)-Reste der Schleifkottenbahn zu sehen, die heute, genauso wie das alte Lieder-Gebäude, längst Geschichte sind. (Foto: © Axel Ertelt)

Kurz vor Weihnachten, am 22. Dezember 2016, konnte die Stadt Halver dann ein erstes, 2.400 m² großes, Grundstück für die Wohnbebauung verkaufen. Auf 1.318 m² davon soll noch 2017 ein erstes Wohnhaus mit 14 Eigentumswohnungen entstehen. Als Käufer und Investor tritt dabei der gebürtige Hagener Unternehmer Eberhard Franke auf. Der Halveraner Architekt Jochen Hedtstück stellte bereits eine konkrete Planung für das erste Haus auf. Demnach sollen die Wohneinheiten zwischen 50 m² und 107 m² groß werden und alle über einen großen Aufzug erreichbar sein. Auch die Bäder werden mit bodengleichen Duschen barrierefrei ausgerichtet. Die Beheizung soll über ein Blockkraftheizwerk erfolgen und die Fassadendämmung wird mit mineralischen Baustoffen, nicht mit dem problematischen Styropor, errichtet. Die Anbindung an das Straßennetz erfolgt über den neuen Kreisverkehr Tannenweg/Südstraße.

Ende Januar 2017 hieß es dann, dass der Hagener Investor Eberhard Franke ein zweites, gleich großes Grundstück nebenan erworben habe, auf dem ein gleiches Haus entstehen soll. Ein weiteres Grundstück am Südstraßenhang hat der Halveraner Ralf Tweer erworben. Dort sollen, ebenfalls noch 2017, 14 Mietwohnungen zwischen 72 m² und 87 m² entstehen. Im Obergeschoss wird es sogar eine 92 m² große Wohnung geben. Auch dieses Bauvorhaben soll komplett barrierefrei entstehen. Eine entsprechende Liste an Interessenten gäbe es schon ließ der Investor durchblicken. Bleibt derzeit noch ein viertes Grundstück in einer Größenordnung von 1.750 m² frei. Kämmerer Markus Tempelmann hofft aber auch dieses bald verkaufen zu können.

 

Literatur- und Quellenverzeichnis

Domke, Friederike: „Erster Spatenstich noch in diesem Jahr“; Allgemeiner Anzeiger, 28.02.2015
Domke, Friederike: „Vertragssicherheit gefordert“; Allgemeiner Anzeiger, 11.06.2015
Domke, Friederike (fsd): Stromausfall in Teilen Halvers"; Allgemeiner Anzeiger, 10.09.2015
Hesse, Florian (flo): „Keine Sperrung“; Allgemeiner Anzeiger, 20.11.2015
Hesse, Florian: ‚Kodi‛ kommt zum Bahnhof"; Allgemeiner Anzeiger, 23.02.2016
Hesse, Florian: „Baustart für das Fachmarktzentrum"; Allgemeiner Anzeiger, 30.06.2016
Hesse, Florian: „Bauvoranfrage beim Kreis: Darf Lidl in die Stadt?“; Allgemeiner Anzeiger, 08.11.2016
Hesse, Florian (flo): „Abrissantrag für Werkhof gestellt“; Allgemeiner Anzeiger, 11.11.2016
Hesse, Florian: „14 Eigentumswohnungen auf dem Bahnhofsareal“; Allgemeiner Anzeiger, 28.12.2016
Hesse, Florian: „Aldi schließt Ende Februar"; Allgemeiner Anzeiger, 14.02.2017
Hesse, Florian: „Werkhof: Kreis erlaubt Abbruch"; Allgemeiner Anzeiger, 02.03.2017
Hesse, Florian: „Werkhof: Zuversicht in der Standortfrage"; Allgemeiner Anzeiger, 03.03.2017
Hesse, Florian (flo): „Erster Prozess um Lidl-Standort in der Stadt"; Allgemeiner Anzeiger, 13.05.2017
Hesse, Florian: „Fachmarktzentrum wechselt den Besitzer"; Allgemeiner Anzeiger, 25.05.2017
Holz, Emanuel: „‚Eigentlich hätten wir früher schließen müssen’“; Allgemeiner Anzeiger, 24.02.2017 [A]
Klötzer, Manuel (mkl): „Stromausfall im Stadtgebiet“; Allgemeiner Anzeiger, 07.06.2016
Machelett, Lydia: „Telefonkabel von Bagger durchtrennt“; Allgemeiner Anzeiger, 07.08.2014
Machelett, Lydia: „Weitere Störung in der Telefonleitung“; Allgemeiner Anzeiger, 08.08.2014
Ruthmann, Detlef: „Infos zur konkreten Planung“; Allgemeiner Anzeiger, 19.12.2013
Ruthmann, Detlef: „Bahngelände ein Gewinn für Halver“Allgemeiner Anzeiger, 03.04.2014
Ruthmann, Detlef: „Vorbereitung des Baufeldes ‚Bahngelände’“; Allgemeiner Anzeiger, 24.07.2014
Ruthmann, Detlef: „Fensterscheibe durchschlagen“; Allgemeiner Anzeiger, 24.07.2014
Ruthmann, Detlef: „Startschuss für Erschließung“; Allgemeiner Anzeiger, 05.08.2014
Ruthmann, Detlef: „Stadt vermarktet Wohnbauflächen“; Allgemeiner Anzeiger, 06.08.2014
Ruthmann, Detlef: „Hallo Halver“; Allgemeiner Anzeiger, 07.08.2014
Stadt Info: „Bahngelände: Zukunft besiegelt"; Stadt Info Halver und Schalksmühle 2015, Märkischer Zeitungsverlag, Lüdenscheid, 30.01.2015
Stadt Info: „Fachmarktzentrum & Wohnbebauung"; Stadt Info Halver und Schalksmühle 2017, Märkischer Zeitungsverlag, Lüdenscheid, 27.01.2017
 

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Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am 31.05.2017 20:21:08 Uhr.

 


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