Das Hülloch

 

Das Hülloch

 

Geografische Lage

Nordwestlich des Halveraner Stadtkerns und westlich der Dortmunder Straße (L528 Richtung Breckerfeld/Hagen) liegt unmittelbar bei Halver-Löhbach das als Naturschutzgebiet Nr. MK-136 ausgewiesene kleine, alte Buchenwäldchen „Halver Hülloch“. In ihm befindet sich eine für die nähere Umgebung einzigartige Höhle, das Hülloch.

Eine von Westen zungenförmig in den Hügel getriebene Senke von etwa zehn Meter Länge weist bis zu fünf Meter hohe, teils bewachsene Felsklippenhänge auf. Am Fuß des Osthangs befindet sich der Höhleneingang, zu dem ein Trampelpfad führt.

 

Die Höhlengeschichte

Über die Entdeckung der Höhle ist praktisch nichts bekannt. Anhand der künstlich angelegten Senke, in der sich der Höhleneingang befindet, sowie der bergmännischen Höhlenerweiterung in den vorderen Bereichen könnte man zu dem Schluss kommen, dass die Höhle beim Abbau von Kalkstein entdeckt wurde.

Wilhelm Turck zu Löhbach legte am 26.06.1865 eine Mutung aus Bleierz ein. Das Feld wurde ihm am 15.03.1866 verliehen [1]. Doch Wilhelm Turck schürfte hier vergeblich nach Bleierz [2]. Und so ging das Feld später in den Besitz von Professor Winterfeld über, der hier jedoch keinen Abbau mehr vornahm.

 

Die Höhle

Die noch vor ein paar Jahrzehnten frei zugängliche Höhle ist heute durch einen mächtigen Stahlvorbau völlig verschlossen und unpassierbar. 1967 beschreibt Heinrich Streich den Eingang noch als einen Meter breit und 80 Zentimeter hoch.

Das Höhlensystem ist recht verzweigt und geht über mehrere Etagen. Es handelt sich um eine Kombination natürlicher Hohlräume und bergmännisch angelegter bzw. zum Teil auch erweiterter Hohlräume. Der Hauptgang hat eine Länge von etwa 130 Metern, von denen die letzten 15 Meter recht steil ansteigen und die Gesamtlänge aller bis 1967 erforschter Gänge soll 235 Meter betragen haben. Bedeutende Spalten, steil nach oben führend und große Dome und Grotten gehören zu den Besonderheiten dieser Höhle. Ein erst vor relativ kurzer Zeit entdeckter rein natürlicher Höhlenteil weist sogar einen bemerkenswerten Tropfsteinbereich auf. Die Höhle folgt augenscheinlich einer Kalklinse aus dem Mitteldevon und führt zum Teil auch Höhlengewässer.

Das Hülloch ist auch aus faunistischer Sicht recht bedeutungsvoll. So dient es als Winterquartier für nachweislich vier Arten von Fledermäusen. Ebenso kommen in den Höhlengewässern mehrere wirbellose Tierarten vor. Dies macht das Hülloch zu einer der bedeutendsten Höhlen im Naturraum und zu einem wichtigen Trittstein im westfälischen Biotopverbundnetz von Höhlenlebensräumen. 

 

Geschütztes Habitat

Im Jahr 2004 wurden die Höhle und ihr Umfeld für 20 Jahre unter Schutz gestellt. Sie unterliegt seitdem der europäischen Richtlinie Fauna-Flora-Habitat (FFH). Als solches wird das Revier regelmäßig durch den Märkischen Kreis genau unter die Lupe genommen. Argumentiert wird dazu u. a. wie folgt:

1. Zur Erhaltung a) einer regional und überregional bedeutsamen, gut erhaltenen Höhle einschließlich ihrer mikroklimatischen Verhältnisse, ihres Wasserhaushalts und ihrer Höhlengewässer als Lebensraum spezialisierter, höhlenbewohnender Arten sowie als Winterquartier für Fledermäuse, Amphibien und Insekten, b) des Lebensraumtyps ‚nicht touristisch erschlossene Höhlen’ (8310), der im Anhang I der FFH-Richtlinie aufgeführt ist, sowie des Vorkommens des Grossen Mausohrs (Myotis myotis), einer Art des Anhangs II der FFH-Richtlinie.

2. Zur Erhaltung und Wiederherstellung eines regional bedeutsamen naturnahen Buchenwaldes als Lebensraum seltener und landschaftsraumtypischer Tier- und Pflanzenarten und zum Schutz der im Untergrund befindlichen Karsthöhle,

3. Zur Sicherung eines bedeutsamen, in einer Kalklinse des unteren Mitteldevons entstandenen Höhlensystems mit einer Kombination natürlicher sowie bergmännisch angelegter und erweiterter Höhlenraume als Zeugnis der Erdgeschichte und des historischen Bergbaus sowie als Gegenstand wissenschaftlicher Forschung,

4. Wegen der Seltenheit und besonderen Eigenart dieses Höhlensystems mit seinem Tropfsteinschmuck, von dem besonders die zahlreichen roten Tropfsteine sowie die Excentriques-Bildungen herausragen. [3]

 

Quellen- und Literaturhinweise

 
Bertram, Fritz: „Bergbau im Bereich des Amtsgerichtes Lüdenscheid“; 1954
Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen: „Naturschutzgebiet Hoehle Halver Huelloch (MK-136)“; www.naturschutzinformationen-nrw.de [10.08.2013]
Sönnecken, Walter: „Höhlen des Sauerlandes“; Verlag Beucker, Lüdenscheid 1966
Streich, Heinrich: „Unterirdische Zauberreiche des Sauerlandes"; Verlag Santz, Altena 1967
Zacharias, Frank: „Biologen feiern ‚Sternstunde’ im Hülloch“; in: Allgemeiner Anzeiger, 05.03.2011
 
 

 
[1] Nach Bertram, der hierzu als Quelle das GBA Lüdenscheid angibt.
[2] Nach Bertram, der hierzu als Quelle Voye, Handelskammer Bd. II angibt.
[3] Zitatquelle: Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (s. in den vorstehenden Quellen- und Literaturhinweisen)
 

Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am 26.07.2015 20:08:16 Uhr.

  

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