Halvers Friedhofskultur

 

Halvers Friedhofskultur

 
„Ein Volk wird so beurteilt, wie es seine Toten bestattet“
Perikles (* um 490 v. Chr., † September 429 v. Chr.)
 

Private Begräbnisplätze in Halver

Es gibt mindestens 5 bekannte private Begräbnisplätze in Halver. Sie bilden Ausnahmen, die heute so nicht mehr genehmigt würden. Dabei ist zwischen dem Privatbegräbnis (Einzel- oder Doppelgrab) und dem Privatfriedhof (kleiner Familienfriedhof mit einer in der Regel festgelegten und genehmigten Anzahl von Grabstellen) zu unterscheiden. Bei diesen Privatbegräbnisplätzen handelt es sich im Einzelnen um:

Das Privatbegräbnis in Carthausen: Nach jahrelangem Bemühen durch die verschiedensten Behördeninstanzen bis zum Regierungsbezirk Arnsberg und zur Landeshauptstadt Düsseldorf erhielt ein Ehepaar in Carthausen durch das Gesundheitsamt des Märkischen Kreis mit Schreiben vom 16. August 1984 die Genehmigung, nach ihrem Tode und erfolgter Einäscherung, ihre Urnen mit der eigenen Totenasche im Garten ihrer Villa beisetzen zu lassen. Einzige Auflagen waren, dass die Stelle abgegrenzt sein musste und nicht von außerhalb des Grundstücks einsehbar bzw. nicht als Grabstelle erkennbar ist und die Begräbnisstätte nach den religiösen Anschauungen und Sitten entsprechend gestaltet werden muss. Die Urnen wurden später im Beisein des ev. Pastor Dickel von der Ev. Kirchengemeinde Halver beigesetzt. Da jedoch das Haus mit Grundstück von den Erben später verkauft wurde, ließen diese die beiden Urnen ausbetten und anonym auf einem regulären Halveraner Friedhof beisetzen. Somit existiert diese Begräbnisstätte heute nicht mehr.

Oben rechts: Genehmigung des Märkischen Kreises zum Urnengrab im eigenen Garten. Foto: Archiv Axel Ertelt.

Das Privatbegräbnis in Vorst: Auf alten Halveraner Stadtplänen ist im Bereich Halver-Vorst ein „Friedhof“ eingezeichnet. Nach allem, was ich dazu in Erfahrung bringen konnte, soll es sich dabei um eine zweistellige Grabstelle für Erdbestattungen gehandelt haben, die für das Grundbesitzer-Ehepaar angedacht war. Was aus diesem Privatbegräbnis geworden ist, ist mir nicht bekannt.

Der Privatfriedhof in Bommert: Ein kleiner, am Waldrand in Richtung Brocksiepen liegender Familienfriedhof der Familie Schmidt im Bereich Halver-Bommert, auf dem vor einigen Jahren die letzte Beerdigung als Urnenbeisetzung mit dem damaligen Halveraner Pastor Hans-Jürgen Patro von der Ev. Kirchengemeinde Halver stattfand. Der Friedhof, auf dem jetzt nicht mehr beerdigt wird, ist inzwischen recht verwildert und wird kaum noch gepflegt.

Der Privatfriedhof auf der Susannenhöhe: Oben auf der Susannenhöhe, die oberhalb der Heesfelder Mühle liegt, gibt es einen Familienfriedhof der alten Halveraner Unternehmerfamilie H. H. Winkhaus aus dem Halveraner Ortsteil Carthausen. Ob dort noch beigesetzt werden soll oder kann ist mir nicht bekannt.

Der Privatfriedhof auf der Susannenhöhe. Fotos (2): © Ulrike Bartens. Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung von Frau Bartens am 09.09.2014.

Der Privatfriedhof von Gut Voswinckel: Dieser liegt auf dem Grundstück des Gut Voswinckel an der Grenze zum Nachbarort Wipperfürth (Ortsteil Wiegen). Das Gut ist über eine Nebenstraße erreichbar, die bei Engstfeld von der Landstraße L284 (in Richtung Wipperfürth) nach Kierspe-Rönsahl abzweigt. Hier fanden noch Familienbegräbnisse der Familien Voswinckel bis in die jüngste Zeit statt.

Alfred Jung erwähnt in seinem Buch „Die Christianisierung Halvers und die Baugeschichte seiner ältesten Kirchen auch noch eine private Begräbnisstätte bei Haus Heide. Diese dürfte jedoch schon länger nicht mehr existieren. Halvers ehemaliger Bürgermeister, Hans-Jürgen Kammenhuber, deutet in einem Zeitungsartikel [1] noch auf zwei weitere Familien hin, die private Begräbnisplätze besitzen (oder besessen haben) sollen: „Die Familien … H. Steinbach und W. Berghaus zu Vollme besitzen eigene Begräbnisplätze in der Nähe ihrer Wohnorte.“ Diese liegen im Bereich des heutigen Halveraner Stadtteils Oberbrügge, da Oberbrügge im 19. Jahrhundert noch „Vollme“ hieß. Nach einer aktuellen Information (06.12.2014) sollen sich die privaten Begräbnisplätze (oder zumindest einer davon) heute im Bereich des Ev. Friedhofs Oberbrügge befinden und von diesem umschlossen sein.

Sollte jemand weitere Informationen zu diesen oder anderen privaten Begräbnisstätten im Raum Halver und Umgebung haben, wäre ich für eine entsprechende Information dankbar.

 

Der Ev. Friedhof Halver

Es gab zwei offizielle Vorläufer des heutigen Ev. Friedhofs in Halver, auf denen früher beerdigt wurde. Das waren:

Der Kirchhof: Ursprünglich wurden Halvers Verstorbene rund um die evangelische Kirche beigesetzt. Doch schon im frühen 19. Jahrhundert war dort kein Platz mehr. Amtmann Wilhelm Schmidt, so geht es aus den Archivunterlagen der Ev. Kirchengemeinde Halver hervor, drängte Anfang der 1820er Jahre  den Kirchenvorstand, die Pfarrer, sowie das Presbyterium zur Anlage eines neuen Friedhofes. Als Standort schlug er der Kirche das kircheneigene Grundstück an der „Provinzialstraße nach Lüdenscheid“, der heutigen Von-Vincke-Straße, vor. Dies wurde dann auch umgesetzt.

Links: Die ev. Kirche in Halver, um die herum früher die Halveraner Bürger bestattet wurden.
Foto: © Axel Ertelt.

Der Hohenzollernpark: Nach Aufzeichnungen von Pfarrer Dr. Ewald Dresbach zur Geschichte der Kirchengemeinde wurde am 16. September 1823 mit Johann Peter Ahlhaus vom Grafwege die erste Leiche auf dem neuen Friedhof beerdigt. Amtmann Wilhelm Schmidt starb am 25. Mai 1845 und wurde vier Tage später, am 29. Mai 1845, beigesetzt. 1870 wurde der Friedhof wieder geschlossen, 1910 an die politische Gemeinde" Halver verkauft und im Jahr 1911 eingeebnet und in einen Park umgestaltet.

Rechts: Das Ehrenmal im Hohenzollernpark. Foto: © Axel Ertelt.

Der Ev. Friedhof Halver: Im Jahre 1867 beschloss das Presbyterium der Ev. Kirchengemeinde Halver einen neuen Friedhof einzurichten. Das vorhandene, etwas außerhalb des Ortes gelegene Kirchengrundstück „Am Höltken“ schien dafür besonders geeignet und wurde schließlich auch genommen. Details und Einzelheiten der Planung begannen bereits kurz darauf und wurden in einem Kommissionsbericht akribisch festgehalten. Unter anderem heißt es in dem Bericht: „In Bezug auf die Baumpflanzungen war man der Ansicht, dass ringsum Tannen, an den Mittelwegen aber Linden und Kastanien angepflanzt werden. Der Bau eines Leichenhauses wurde für notwendig anerkannt.“

Es wird berichtet, dass sich die Halveraner Bürger mit der neuen Friedhofslage, die damals nach Ansicht der Bürger doch relativ weit von der Ortsmitte an der „Chaussee nach Radevormwald“ (heute: Elberfelder Straße) entfernt lag, nur sehr schwer abfinden konnten.

Der Auftrag zum Bau des vorgesehenen Leichenhauses wurde erst drei Monate vor der offiziellen Einweihung an Baumeister Wilhelm Blaß aus (Remscheid-) Lennep vergeben. Die Baukosten des Leichenhauses beliefen sich damals auf 925 Taler. Am 13. November 1870 fand schließlich die Einweihung statt.

Dieser Friedhof ist auch heute noch der aktive Ev. Friedhof Halver. Nur das alte Leichenhaus existiert schon lange nicht mehr. Ein kleiner Rest der alten Kapelle mit einem Ornamentfenster wurde als Unterstand und Sitzgelegenheit zum Entspannen hergerichtet.

Der Leichenwagen der Familie Thissen.
Foto mit freundlicher Genehmigung aus: Ruth Dahlhaus „Früher in Halver" (Seite 47 der Erstausgabe / Seite 48 der erweiterten Jubiläumsausgabe von 2015); Foto aus der Sammlung der Familie Thissen.

Im Jahr 1907 kam Bernhard Thissen aus dem Kreis Warendorf in den Raum Halver und wurde zuerst Verwalter auf Haus Rhade. Drei Jahre später, im Jahr 1910, kaufte er die Helle und erweiterte das von Lausberg jr. erworbene Fuhrgeschäft. Bis spätestens zum Jahr 1915 schaffte Thissen auch einen Leichenwagen an, der von Zweispännern gezogen wurde. Dies ist der erste mir bekannte Nachweis über einen regulären Leichenwagen in Halver. Der Wagen besaß Scheiben, in die Palmzweige eingeätzt waren. Er wurde vor jeder Beerdigungsfahrt auf Hochglanz gereinigt und die Pferde bekamen schwarze Schleifen an ihren Köpfen angebracht und die Hufe geschwärzt. Dann wurden die Verstorbenen, die früher zu Hause aufgebahrt wurden, im Trauerhaus abgeholt und per Leichenzug zum Friedhof gebracht.

In der alten „Friedhofs-Ordnung“ (heute heißt das Friedhofssatzung) war geregelt, dass die Mitglieder der Ev. Kirchengemeinde Halver einen „Anspruch auf Benutzung des Kirchhofes“ hatten. Nur sie konnten die Nutzungsrechte der als „Erbbegräbnisse“ bezeichneten Familiengrabstellen (heute spricht man dabei von Wahlgrabstellen) für die Dauer von 40 Jahren erwerben. Allerdings wurde von Anfang an auch anderen Bürgern die Möglichkeit geboten, sich hier bestatten zu lassen: „Den Mitgliedern anderer im Staate aufgenommener Kirchengesellschaften wird in Ermangelung eines eigenen Kirchhofs das Begräbnis nicht versagt werden. Den aus der evangelischen Landeskirche Ausgetretenen wird die Benutzung nur gegen vorherige Zahlung erhöhten Grabstellengeldes gestattet.“

 

Der Ev. Friedhof Halver heute

Heute gibt es weitere Grabarten auf dem Ev. Friedhof. Die Wahlgrabstätten (früher „Erbbegräbnisse“), können ein oder mehre Gräber haben. Während es sich heute meistens um „Doppelgräber“ (zwei Gräber) für Ehepartner handelt, waren früher „Familiengrabstellen“ mit bis zu fünf Gräbern (oder mehr) keine Seltenheit. Mit ständig steigenden Preisen und Ausweitung der (vor allem Alters-) Armut und Arbeitslosigkeit in Deutschland kann sich dies jedoch kaum noch jemand leisten, zumal die komplette Grabstelle (also alle Stellen/Gräber) bei jeder Bestattung verlängert werden muss, damit die Ruhezeit von 30 Jahren eingehalten werden kann.
  
Links: Urnen-Wahlgräber auf dem ev. Friedhof. Foto: © Axel Ertelt.

Während die Nutzungszeit an den Wahlgrabstellen zwischenzeitlich der Ruhezeit von 30 Jahren angepasst worden war, musste sie kürzlich auf 32 Jahre wieder angehoben werden. Dies wurde dem Friedhof von oben herab zur Auflage gemacht sagte man mir auf Anfrage. Die Nutzungszeit an den sogenannten Reihengrabstätten, die nicht verlängert werden können, bleibt auch weiterhin mit der Ruhezeit von 30 Jahren identisch. Reihengrabstätten sind grundsätzlich immer Einzelgräber, da sie nicht verlängert werden können.

  • Auf eine Wahlgrabstelle (ein Grab) für Erdbestattungen können zwei Urnen oder ein Sarg und eine Urne beigesetzt werden. Soll in einem Grab ein Sarg und eine Urne beigesetzt werden, so kann dies jedoch nur geschehen, wenn zuerst der Sarg beigesetzt wurde. Die Beisetzung eines Sarges auf eine Urne ist nicht möglich.
  • Auf eine Wahlgrabstelle (ein Grab) für Urnenbestattungen können ein oder zwei Urnen beigesetzt werden.
  • Auf eine Reihengrabstätte für Erdbestattungen kann ein Sarg oder eine Urne beigesetzt werden. Eine Urnenbeisetzung wäre allerdings aus Kostengründen nicht ratsam, da die Urnengräber deutlich preisgünstiger und nicht so folgekostenintensiv sind.
  • Auf eine Reihengrabstätte für Urnenbestattungen kann eine Urne beigesetzt werden. Ein Urnenreihengrab wird auch als Urnen-Reihen-Gemeinschaftsgrabstätte bezeichnet. Es handelt sich um ein Rasenstück, wo die jeweilige Grabstelle durch eine Namensplatte (mit dem Namen und den Geburts- und Sterbedaten) gekennzeichnet ist.

Sowohl die Erdbestattungs-Wahlgräber als auch die Urnenbestattungs-Wahlgräber und die Erdbestattungs-Reihengräber gibt es auch mit Pflege durch den Friedhof. Dabei wird eine den Boden bedeckende Bepflanzung (auch „Bodendecker“ genannt) auf die Gräber aufgebracht, die dadurch recht „pflegeleicht“ sind, was preislich günstiger kommt als eine herkömmliche Grabpflege. Eine herkömmliche Grabpflege kann sowohl beim Friedhof als auch bei einem Gärtner, der Grabpflege anbietet, in Auftrag gegeben werden.

 

Die Trauerfeiern finden in der Kapelle statt, sofern es sich um eine christliche Beerdigung handelt. Zugelassen für die Kapelle sind alle Angehörigen der christlichen Kirchen (Allianz) wie die ev. und kath. Kirche, die Mennoniten, die Baptisten, der CVJM (ev. Vereinshaus) und die Freie evangelische Gemeinde sowie christliche Trauerfeiern für Personen, die keiner Glaubensgemeinschaft angehörten.

 

Über weitere Details (Kosten auch in der Friedhofsgebührensatzung) im Zusammenhang mit einer Grabstelle oder einer Beerdigung erkundigen Sie sich bitte beim Friedhof (Tel.: 02353-10300), bei der Friedhofsverwaltung (Tel.: 02353-14395) oder bei einem der Halveraner Bestattungsunternehmen (s. Linkliste Halveraner Geschäfte und Firmen" unter „Bestattungen“).

 

Das DRK informiert sich auf dem Friedhof

Am späten Nachmittag des 29. Juni 2006 besuchte eine Delegation des DRK Ortsverein Halver e.V. den Ev. Friedhof Halver. Das DRK war diesbezüglich an den Halveraner Fachgeprüften Bestatter Axel Ertelt herangetreten, der dann diesen Termin mit dem Friedhofswart Ulrich Streppel ausgemacht hatte. Sinn und Zweck des DRK-Besuches war eine bis dato einmalige Fortbildungsmaßnahme für die Mitglieder in den Bereichen der Basisnotfallnachsorge (BNN) und der Krisenintervention (KID).

Im Rahmen der Arbeiten in diesen Bereichen ist es bei der „Psychischen Ersten Hilfe“ nach Unglücken, Todesfällen usw. manchmal notwendig, eine erste Trauerbegleitung durchzuführen. Wissen über Bestattungsmöglichkeiten und die Abläufe von Bestattungen vor Ort sind dabei unerlässlich. Und so erklärte Ulrich Streppel dem DRK-Team den Aufbau des Friedhofes, die möglichen Grabarten und die Friedhofskapelle nebst Aufbahrungsräumen. Der Fachgeprüfte Bestatter Axel Ertelt erläuterte die notwendigen Abläufe der Tätigkeiten von der Versorgung und Abholung der Leiche bis zu deren Beisetzung. Auch die notwendigen behördlichen Angelegenheiten kamen dabei zur Sprache. So konnten die DRK-Mitarbeiter einen guten Einblick in den Aufbau des Friedhofes und den Ablauf der Bestattung in Halver bekommen.

 

Die Friedhofskapelle und ihr Umfeld

In den letzten Jahren (ab ca. 2010) wurde an der Friedhofskapelle und um diese herum viel erneuert, renoviert und saniert. Dazu gehörten die Umgestaltung des ehemaligen Angehörigenraumes in einen Andachtsraum, die Renovierung der öffentlichen Sanitärräume und der Anschluss an den städtischen Kanal. Im Anschluss daran wurden auch die Wege und Vorplätze rund um die Kapelle vom unansehnlichen und stark mitgenommenen Asphalt befreit und neu gepflastert.

Die letzten Sanierungsarbeiten im Jahr 2013 betrafen die Kapelle direkt, die mit einer neuen Fensterfront im Bereich der Empore ausgestattet und im Innern völlig neu gestaltet und mit einer neuen Heizung versehen wurde. Gleichzeitig wurden auch moderne neue Dekorationsartikel wie Kerzen- und Kranzständer aus Edelstahl angeschafft. Auch ein Urnenständer für die Trauerfeier gehörte zu den Neuanschaffungen. Dies stößt allerdings auf massive Kritik der Bestatter, da diese selbst sich bereits Jahre zuvor einen solchen Urnenständer zugelegt hatten und der Friedhof nun immer seinen eigenen bei Trauerfeiern einsetzen will.

Links: Aufbhrung zur Trauerfeier mit Urnenbeisetzung in der ev. Friedhofskapelle. Foto: © Manuela Pipke mit freundlicher Genehmigung von Bestattungen Manuela Pipke.

Einige Bestatter in Deutschland (auch im Märkischen Kreis und sogar ein Institut in Halver) haben im Gegenzug zu solchen Friedhofsmaßnahmen bereits eigene Aufbahrungsräume. Die übrigen denken zumindest teilweise darüber nach und spielen derzeit auch mit dem Gedanken eigene Räumlichkeiten für Trauerfeiern einzurichten, die zumindest im Fall von freien Trauerrednern genutzt werden können. Und so machen sich Bestatter und Friedhöfe in ganz Deutschland derzeit gegenseitig Konkurrenz.

 

Als die Friedhofskapelle einen Namen bekam…

Es war ein großer Schock für die ev. Kirchengemeinde Halver, als gegen Ende des Jahres 2013 feststand, dass die Nicolai-Kirche vor allem im Bereich des Dachstuhls so extreme Schäden aufwies, dass die Kirche ab sofort nicht weiter genutzt werden konnte. Die Sanierung wurde auf gut 800.000 € geschätzt und zog sich fast das ganze Jahr über hin. Als Ausweichort für die Gottesdienste wurde in dieser Zeit, ab dem 19. Januar 2014, die Friedhofskapelle gewählt.

Rechts: Die Johanneskapelle auf dem ev. Friedhof in Halver.
Foto: © Axel Ertelt.

Auf Grund dieses Umstandes beschloss das Presbyterium der ev. Kirchengemeinde Halver die Friedhofskapelle nicht länger mehr mit der Ortsbezeichnung (= Friedhof) zu benennen, sondern ihr einen eigenen Namen zu geben. Aus den Vorschlägen einigte man sich auf zwei Namen, die dann am 02. Februar 2014 zur Abstimmung standen: „Johanneskapelle“ und „Auferstehungskapelle“.

In einer recht knappen Entscheidung stimmten die Gemeindemitglieder im Anschluss an den sonntäglichen Gottesdienst in einer Gemeindeversammlung dann mit 66 zu 61 Stimmen für den Namen „Johanneskapelle“. Gewählt wurde dieser Name weil Johannes der Evangelist wäre, bei dem die Auferstehung eine wichtige Rolle spiele, wie Pfarrer Martin Pogorzelski meinte…

 

Baum(allee) des Jahres 2016: Der Hauptweg zum Ehrenmal

Alle Jahre wieder lässt der Halveraner Baumverein den „Baum des Jahres“ wählen. 2016 war es gleich eine ganze Baumallee. Gewählt wird jedes Mal am Stand des Baumvereins beim Halveraner Herbst. Die vier zur Abstimmung stehenden Alleen waren in der Reihenfolge der Wahl:

  1. Der Hauptweg bei der Kapelle auf dem ev. Friedhof Halver, der zum Ehrenmal führt (84 Stimmen).
  2. Die Baumalle auf der Landstraße von Halver nach Kierspe (78 Stimmen).
  3. Die Bäume an der Zufahrt zum Märkischen Werk (71 Stimmen).
  4. Die Bäume an der Hagener Straße (11 Stimmen).

 

Die Gräber der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft

Auf dem Ev. Friedhof in Halver befinden sich auch sogenannte Kriegsgräber bzw. eine Kriegsgräberstätte. Dort ruhen insgesamt 47 Kriegstote aus dem Ersten Weltkrieg (7) und dem Zweiten Weltkrieg (40). Am Volkstrauertag wird heute den Opfern von Krieg und Gewaltherrschaft aller Nationen gedacht. Es handelt sich dabei um einen staatlichen Gedenktag in Deutschland, der zu den sogenannten „stillen Tagen“ gehört. Am 28. Februar 1926 wurde der Volkstrauertag erstmals begangen. Im gleichen Jahr wurde entschieden, dass er am fünften Sonntag vor Ostern stattfinden sollte. Seit 1952 findet er regelmäßig im November, zwei Wochen vor dem 1. Advent, statt.

Auch in Halver wird am Volkstrauertag in verschiedenen Gedenkstunden an verschiedenen Plätzen und Gedenkstätten den Opfern von Krieg und Gewaltherrschaft gedacht. Gleichzeitig gedenkt man hier aber auch den oft recht jung verstorbenen Menschen, die Anfang der 1940er Jahre aus ihrer Heimat verschleppt und in Deutschland (auch in Halver) zur Arbeit gezwungen wurden. Auch sie sind auf den Ev. Friedhöfen in Halver und Halver-Oberbrügge beigesetzt worden.

Auf dem Ev. Friedhof in Halver gibt es davon auch eine lange Gräberreihe im unteren Friedhofsteil. Diese war durch eine Hecke fast zugewuchert und kaum noch einsehbar und geriet deshalb schon fast in Vergessenheit. Die Namenstafeln dieser Grabstätten waren schon stark verwittert und teilweise kaum noch zu lesen. Dann wurden 1995 einige Realschüler auf die Gräberreihe aufmerksam und erforschten das Leben der dort Beerdigten. Durch diesen Umstand wurde schließlich auch Werner Sinnwell (ehemaliger Lehrer und Konrektor der Realschule Halver) darauf aufmerksam. Werner Sinnwell war auch städtischer Kulturbeauftragter und schrieb bereits einige Bücher über Halver und hatte sich dabei bereits eingehender mit dem Nationalsozialismus in Halver beschäftigt.

Allein im Märkischen Werk Halver waren damals 300 Zwangsarbeiter beschäftigt. Zusammen mit Werner Sinnwell begab sich Dieter Hoffmann, der ehemalige Geschäftsführer des Märkischen Werks, auf Spurensuche in die Ukraine, wo er 25 der ehemaligen Zwangsarbeiter aus dem Betrieb seines Vaters ausfindig gemacht hatte. Inzwischen veröffentlichte Werner Sinnwell auch ein Buch, „Spurensuche in der Ukraine" (2002), darüber.

Die Stadt Halver nahm schließlich Kontakt mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. und der Bezirksregierung Arnsberg auf, um diese für eine würdige Wiederherrichtung der Gräberreihe auf dem Ev. Friedhof als Geldgeber zu gewinnen. Es war die Bezirksregierung, die dann auch Geld für eine Sanierung bereitstellte. Die Gräberreihe wurde im Auftrag der Stadt Halver saniert, die Hecke entfernt, die Grabplatten aufgearbeitet und die Bepflanzung ergänzt.

Zur offiziellen Vorstellung der sanierten Gräberreihe waren auch Vertreter der Bezirksregierung und des Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. nach Halver gekommen. Anwesend waren auch Vertreter des Friedhofsträgers und des Friedhofsausschusses sowie Bürgermeister Dr. Bernd Eicker und der Buchautor Werner Sinnwell.

Am 06. November 2013 wurde die dort inzwischen aufgestellte Legendentafel eingeweiht. Sie ist Teil des Projektes „Legendentafeln – Kriegsgräber erzählen ihre Geschichten“, das vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. ins Leben gerufen wurde. Auf der Tafel, deren Text von Werner Sinnwell zusammengestellt wurde, sind auch Briefe von ehemaligen Zwangsarbeitern in Halver veröffentlicht. Zur Einweihung waren auch die Schüler der Klasse 10a der Realschule anwesend. Als offizielle Vertreter waren neben Bürgermeister Dr. Bernd Eicker, Werner Sinnwell und Wolfgang Held vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. auch der Attache Nicolay Barabaskin vom Russischen Generalkonsulat in Bonn sowie der Priester Vadim Sadovoi mit seiner Frau und Bruder von der russisch-orthodoxen Kirche aus Wuppertal angereist.

 

Wer macht denn so was?

Müll, Hundekot, Vandalismus und Diebstahl. – Auch damit muss sich der Friedhof immer wieder einmal auseinandersetzen. So verschwinden auch auf dem Ev. Friedhof in Halver hin und wieder (zumeist einzelne) Gegenstände wie Grableuchten und Grabvasen aus Bronze. Ob dabei „nur billig eingekauft“ wird oder ob hier professionelle Metalldiebe am Werk sind konnte bisher nicht aufgeklärt werden. Als besonders krass galt in der Öffentlichkeit das Verschwinden eines Spielzeug-Treckers von einem Kindergrab Ende Oktober 2014. Und auch Einbrecher machen vor dem Friedhof nicht halt, wie wir kürzlich hörten.

Diverse Geräte aus der Maschinenhalle sowie Rohre und Schneefanggitter aus Kupfer von der Kapelle wurden bereits bei Einbrüchen im September und Oktober 2014 gestohlen. Jetzt, Mitte Dezember 2014, war die Johanneskapelle erneut das Ziel von vermutlich professionellen Metalldieben. Mehrere Kupferdachrinnen waren am Gebäude abmontiert und entwendet worden. Zudem wurde ein Fenster aufgebrochen. Bereits am 15. Dezember 2014 hatten Diebe auch eine Kupferskulptur in Form eines Baumes im Wert von rund 500 € von einer der Grabstellen gestohlen. Am 3. Januar-Wochenende 2015 klauten innerhalb eines halben Jahres Metalldiebe zum 4. Mal Kupferteile von der Johanneskapelle. Diesmal handelte es sich erneut um eine Kupferdachrinne sowie eine Kupferdachabdeckung. Wer etwas Verdächtiges beobachtet, der sollte umgehend die Polizei unter der Rufnummer 02353-91990 verständigen.

Obwohl an den Eingängen des Ev. Friedhofs Schilder stehen, die darauf hinweisen, dass Hunde an der kurzen Leine gehalten werden müssen und auf dem Friedhof nicht „ihr Geschäft“ verrichten dürfen, finden sich immer wieder unangenehme Hinterlassenschaften der Vierbeiner. Und das, obwohl die Hundehalter eigentlich auch verpflichtet sind Hundekot sofort zu entfernen und zu entsorgen. Doch solcher wird manchmal auch mitten auf den Gräbern gefunden.

Von der ursprünglichen, der alten Friedhofskapelle wurde beim Abriss die alte Sakristei stehen gelassen und als Ruhepol und Unterstand hergerichtet. Ein Highlight dabei sind die bleiverglasten Fenster. Diese waren in den vergangenen Wintern häufiger Ziel von Vandalismus. Kinder und Jugendliche machten sich einen Spaß daraus die einzelnen Scheibensegmente mit Schneebällen zu zerschießen. Gerade bei einer Bleiverglasung wird jede Reparatur recht teuer. Und auch Unrat und Müll findet sich immer wieder, seit Frühjahr 2014 verstärkt, im Innern dieses eigentlich als Ruhepol für trauernde Angehörige gedachten Unterstandes. Tüten, Flaschen und leere Becher sind dabei genauso ein Ärgernis wie Zigarettenkippen.

Rechts: Am Ende der mächtigen Baumallee ist die als Unterstand stehen gelassene Sakristei der alten Friedhofskapelle erkennbar.
 
Foto: © Axel Ertelt

Außer dem Ev. Friedhof Halver gibt es heute auf Halveraner Gebiet noch zwei offizielle und für die Allgemeinheit in Betrieb befindliche Friedhöfe. Das sind:

 

Der ev. Friedhof Halver-Oberbrügge

Seit dem Jahr 1934 gibt es den heutigen ev. Friedhof Oberbrügge als einzigen Oberbrügger Friedhof. Er befindet sich direkt hinter der ev. Kirche, die heute in ihrem Keller vier Leichenkammern beherbergt, von denen allerdings zwei als Rumpelkammern zweckentfremdet wurden [2]. Die Kirche dient auch als Andachtsmöglichkeit für die evangelischen Trauerfeiern.

Neben Reihengräbern und Wahlgrabstätten befindet sich auch auf dem Ev. Friedhof Halver-Oberbrügge eine Rasenfläche auf der beerdigt werden kann. Dabei handelt es sich um ein pflegeleichtes Gräberfeld mit Reihengemeinschaftsgrabstätten“. Auf dem Rasen darf allerdings kein Blumenschmuck abgelegt oder aufgestellt werden. Dafür gibt es in der Mitte des Gräberfeldes einen Natursteinblock, bei dem sich eine Plattenfläche befindet, wo solcher Blumenschmuck abgelegt werden kann.

Der Friedhof beherbergt zwei Grabanlagen mit sogenannten Kriegsgräbern aus dem Zweiten Weltkrieg. In einer Anlage sind sechs gefallene deutsche Soldaten. Eine Inschrift dort lautet: „Am 12. April 1945 fielen im Kampf für Deutschland…“ In der zweiten Anlage befinden sich fünf ums Leben gekommene Zwangsarbeiter aus dem ehemaligen sowjetischen Raum.

Im Oktober 1956 wurde der ehemalige deutsche Bundesinnenminister Dr. jur. Dr. h. c. Robert Lehr im Alter von 73 Jahren auf dem Ev. Friedhof in Halver-Oberbrügge beerdigt. Robert Lehr wurde am 20.August 1883 in Celle geboren, war in den Jahren 1914 bis 1924 Polizeidezernent und Stadtkämmerer, sowie anschließend Oberbürgermeister in Düsseldorf. Verheiratet war er mit der Tochter von Hermann Steinbach, einem Unternehmer aus Oberbrügge. Nach den Kriegsjahren wurde er kurze Zeit Bürgermeister von Oberbrügge und wechselte bald darauf in die Landes- und Bundespolitik. Am 13. Oktober 1950 wurde Dr. Robert Lehr Bundesminister des Inneren unter der Regierung von Bundeskanzler Konrad Adenauer. Die von ihm gestifteten Glocken der ev. Kirche in Oberbrügge tragen noch heute die Namen von ihm und seiner Frau Änne.

Ein weiterer prominenter Halveraner Bürger, der auf dem Ev. Friedhof in Oberbrügge beigesetzt wurde, ist der Schriftsteller Hermann Lausberg (* 14.03.1900, † 11.12.1989), der auch unter seinem Pseudonym „Menelaus“ bekannt wurde.

 

Auch auf dem Friedhof in Oberbrügge waren die Metalldiebe schon aktiv

In der Vorweihnachtszeit 2015 hört ein Mann, der seinen Hund ausführt, gegen 0.15 Uhr verdächtige Klopfgeräusche vom Oberbrügger Friedhof und verständigt die Polizei. Die stoppt kurze Zeit später ein Fahrzeug auf der Talstraße und findet darin Marmorplatten und Bronzeschalen sowie weitere Gegenstände die es auf Friedhöfen gibt. Das Fahrzeug und die mutmaßliche Beute werden sichergestellt. Der mutmaßliche Täter ist ein 28jähriger Mann aus Lüdenscheid, gegen den die Polizei nun ermittelte.

 

Friedhof Oberbrügge aktuell

Ende Januar/Anfang Februar 2017 wurden aus Sicherheitsgründen acht Linden gefällt, die von innen verfaulten. Im Rahmen weiterer Sanierungsmaßnahmen wird auch die Asphaltdecke des Hauptweges entfernt um die vielen Stolperfallen zu beseitigen. Dabei muss auch das Wurzelwerk der gefällten Linden mit entfernt werden, das mit für den maroden Zustand des Weges verantwortlich ist.

Gleichzeitig wird über die Einrichtung spezieller Urnengräber nachgedacht. So will man auf einer Fläche von rund 300 bis 350 m² zunächst einen oder auch mehrere Bäume pflanzen, um die dann jeweils acht Edelstahlröhren kreisförmig in den Boden eingelassen werden. In diese können dann jeweils ein oder zwei Urnen beigesetzt werden. Als Abschluss könnte ein bronzener Deckel dienen, in dem die Namen, Geburts- und Sterbedaten der hier bestatteten Personen eingraviert sind. Das wäre eine Alternative zu den Baumbestattungen in einem FriedWald oder RuheForst.  Noch ist die Planung nicht ganz ausgereift und auch die Preisgestaltung steht noch aus. Zudem muss auch das Kreiskirchenamt dem Entwurf zustimmen bevor er konkret umgesetzt wird. Roland Pfeiffer, Baukirchmeister der Ev. Kirchengemeinde zu der auch der Friedhof gehört, ist anhand erster Gespräche zuversichtlich, dass solche Grabstellen gut angenommen werden. Interessenten bittet er sich zu melden um eine genauere Kalkulation erstellen zu können. Und vielleicht können in diesem Jahr noch die ersten Bäume gepflanzt werden.

 

Der kath. Friedhof Halver

Bis zum Jahre 1930 wurden die Katholiken in Ermangelung eines eigenen Friedhofes auf dem Ev. Friedhof beigesetzt. Dann errichteten sie, nach dem Kirchenbau im Jahre 1930, durch den Vikar Alois Buchen auch ihren eigenen Friedhof. Dies geschah auf einem bis dahin landwirtschaftlich genutzten Grundstück zwischen der Hagener Straße und der Elberfelder Straße. Das Grundstück befand sich hinter jenem Haus, in dem früher die kath. Schule und bis um ca. 1932 auch das Gotteshaus untergebracht waren. Nun konnten die Katholiken ihre Verstorbenen auf einem eigenen katholischen Friedhof beerdigen. Das war insofern vorteilhaft, weil sie bis dato auf dem Ev. Friedhof weniger Rechte beim Grabstellenerwerb hatten und zudem höhere Gebühren bezahlen mussten. Letzteres war noch bis in die 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts der Fall.

Der Zugang zum Kath. Friedhof war früher von der Hagener Straße aus, musste aber 1994 infolge des Baues der Umgehungsstraße an die Elberfelder Straße, gegenüber dem Ev. Friedhof, verlegt werden. Im Laufe der Zeit wurde aus einem ehemals recht einfach gestalteten Begräbnisfeld ein ansehnlicher Friedhof, der eine moderne und zeitgemäße Gestaltung mit rund 900 Grabstellen hat.

Rechts: Die erste offizielle Reihe von Urnenwahlgräbern auf dem Kath. Friedhof Halver. Foto: © Axel Ertelt.

Im Jahr 1997 konnte schließlich am Friedhofszugang von der Elberfelder Straße aus das Ludgerus-Haus gebaut werden. Das enthält einen kleinen Raum für den Geistlichen, ein WC für die Friedhofsbesucher und eine große Gerätehalle für die Friedhofseigenen Maschinen. Im vorderen Bereich befindet sich auch ein Verkaufsraum für den Friedhofsgärtner. Die Friedhofsgärtnerei wird derzeit durch Ulrich Genster geführt, der das Amt von seinem Vater, Friedhelm Genster, übernommen hat. Den Familien Genster ist es in erster Linie auch zu verdanken, dass sich das ehemals spärliche Begräbnisfeld in den heutigen, modernen und ansehnlichen Friedhof gewandelt hat. Durch eine Spendensammlung konnte im Juni 2001 auch die kleine Friedhofsglocke, die „Ludgerus-Glocke“, angeschafft und eingeweiht werden. Diese wird seitdem bei den Beerdigungen geläutet.

Auf dem Friedhof stehen folgende Grabarten zur  Verfügung:

  • Reihengräber für Sargbestattungen
  • Reihengräber für Urnenbestattungen
  • Wahlgrabstellen für Sargbestattungen
  • Wahlgrabstellen für Urnenbestattungen
  • Grabstellen ohne Gestaltungsmöglichkeit

Letzteres ist eine Rasenfläche, bei der die Lage der einzelnen Gräber nicht ersichtlich ist. An einer Stele, die bei der Rasenfläche aufgestellt ist, werden die Namen der hier Beigesetzten angebracht.

Mit Zustimmung des Kirchenvorstandes oder des Pfarrers können auf dem Kath. Friedhof auch Verstorbene beerdigt werden, die nicht der kath. Kirche angehören. Auch auf dem Kath. Friedhof gibt es einige Kriegsgräber aus dem Zweiten Weltkrieg. Hier befinden sich auch das Grab des Halveraner Lyrikers Heinz Steguweit sowie eine Gedenkstelle vor dem Hochkreuz an alle Priester, die in Halver in den letzten 125 Jahren gewirkt haben.

Über weitere Details (Kosten auch in der Friedhofsgebührensatzung") im Zusammenhang mit einer Grabstelle oder einer Beerdigung erkundigen Sie sich bitte beim Friedhof (Tel.: 02353-137835), bei der Friedhofsverwaltung (Tel.: 02353-12669), bei der kath. Kirchengemeinde als Friedhofsträger (Tel.: 02353-3730) oder bei einem der Halveraner Bestattungsunternehmen (s. Linkliste Halveraner Geschäfte und Firmenunter „Bestattungen“).

 

Die Grabpflegestiftung

Für alle, die aus irgendwelchen Gründen eine Grabpflege nicht selber machen können, bietet die Katholische Kirchengemeinde Halver als besondere Leistung eine Grabpflegestiftung für den Katholischen Friedhof an. Diese kann bereits zu Lebzeiten oder aber auch bei einem Sterbefall abgeschlossen werden. Die Kosten dafür belaufen sich bei einer Ruhe- und Nutzungszeit von 25 Jahren (Reihengräber) oder 30 Jahren (Wahlgräber) auf einen Betrag ab 3.000 €. Dieser Betrag muss komplett im Voraus bei der Bank im Bistum Essen eingezahlt werden.

In der Grabpflegestiftung enthalten sind die ständige Pflege des Grabes und mehrere Bepflanzungen pro Jahr auf die Dauer der gesamten Nutzungszeit. Das garantiert die kath. Kirchengemeinde. Wenn ein solcher Grabpflegestiftungs-Vertrag abgeschlossen wird, erhalten Sie eine Stiftungsurkunde darüber.

 

Tag des Friedhofs in Halver

Zum ersten Mal in der Geschichte des Kath. Friedhof in Halver veranstaltete die kath. Kirchengemeinde der Pfarrei Christus-König am 07. September 2008 einen Tag des Friedhofs". Anlass war das 10jährige Bestehen des Ludgerus-Hauses und der Ludgerus-Glocke. Eröffnet wurde er um 14.00 Uhr mit einem Wortgottesdienst in einem Zelt auf der Wiese oberhalb des Friedhofs. Musikalisch wurde das Ganze durch die Kapelle Blechmann begleitet.

Im Anschluss an den Wortgottesdienst des Pfarrers stand der gesamte Friedhof mit allen seinen Einrichtungen den Besuchern zur Besichtigung offen. Der Pfarrer und die Mitarbeiter der Friedhofsverwaltung und des Friedhofs informierten über alle, den Friedhof und die katholisch-christliche Trauerfeier und Beerdigungsmesse betreffenden Angelegenheiten und beantworteten gezielt und kompetent die Fragen der Besucher.

Die Friedhofsgärtnerei Genster informierte über ihren Service der Grabpflege und der Trauerdekorationen. Von 15.00 Uhr bis 17.00 Uhr konnten sich die Friedhofsbesucher mit Kaffee und Kuchen stärken, der von Familie Genster angeboten wurde. Zwei weitere Halveraner Blumengeschäfte waren mit einem Infostand ebenso anwesend, wie der Steinmetzbetrieb Heinz aus Radevormwald, der über Grabmale und deren Gestaltung informierte, sowie zwei Halveraner Bestattungsunternehmen. Der Halveraner Fachgeprüfte Bestatter Axel Ertelt von Bestattungen Ertelt (heute: Bestattungen Manuela Pipke) präsentierte eine Auswahl an Urnen mit Erinnerungsstücken, da seit dem Millennium auch bei den Katholiken der Trend zur Feuerbestattung deutlich erkennbar wurde. Zudem informierte er umfassend zu den Themen „Bestattung“ und „Bestattungs-Vorsorge“. Als Abschluss referierte der frühere Halveraner Bürgermeister Hans-Jürgen Kammenhuber über die Geschichte und Entwicklung des Kath. Friedhofes in Halver.

 

Auch auf dem kath. Friedhof waren die Metalldiebe aktiv

Als die meisten anderen auf einer Silvesterparty waren und ins Neue Jahr 2016 feierten, waren einige zwielichtige Gestalten aktiv - so auch auf dem kath. Friedhof in Halver. Zwischen dem 31.12.2015 und Montag, dem 04.01.2016 demontierten die dreisten Metalldiebe 25 Meter Kupfer-Dachrinne samt kupfernem Fallrohr von der Rückseite der Betriebshalle auf dem kath. Friedhof. Dabei wurde auch das Dach des Gebäudes beschädigt.

Kurze Zeit zuvor war es bereits schon einmal zu einem Metalldiebstahl auf dem Friedhof gekommen. Der erneute Schaden wurde auf ca. 700 Euro geschätzt. Die Regenrinne und das Fallrohr sollen jetzt durch neue Kunststoffteile ersetzt werden.

 

Trauer-Selbsthilfegruppen

1. „Offener Trauerkreis“: Trauer als heilende Kraft. Ein Angebot für alle trauernden Menschen, unabhängig von Alter und Geschlecht. Die Treffen sind jeden ersten Mittwoch im Monat um 19.30 Uhr. Treffpunkt: Haus an der Esche, Südstraße 10, 58553 Halver. Leitung/Ansprechpartnerin: Ruthild Osenberg, Hagedornstraße 5, 58553 Halver, Tel.: 02353-2096, Email: ruthild.osenberg@gmx.de.

2. „Schneckenhaus“: Ein Trauerangebot der Ev. Kirchengemeinde Kierspe speziell für Kinder. Jeden ersten Samstag im Monat findet für Kinder, die einen Elternteil, Geschwister oder Großeltern verloren haben ein Gruppentreffen um 15.00 Uhr statt. Dabei können sie sich auch über das Erlebte austauschen. Treffpunkt: Lutherhaus, Friedrich-Ebert-Straße 362, 58566 Kierspe, Email: bstahl1@gmx.de. Infos/Ansprechpartnerin: Beate Kolb, Hesseln 2 b, 58553 Halver, Tel.: 02353-665050.

3. „Die Muschel“: Verschiedene Gruppen der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. für trauernde Kinder und Jugendliche aus dem Märkischen Kreis (für 4 - 12jährige und deren Angehörige in Iserlohn und Lüdenscheid, für 13 - 18jährige in Lüdenscheid). Träger und Infos: Johanniter-Unfall-Hilfe e.V., Alsenstraße 1, 58511 Lüdenscheid, Email: die.muschel@johanniter.de, Internet: www.johanniter.de. Ansprechpartnerin: Kathrin Schumacher-Weber, Tel.: 02351-870730, Fax: 02351-870712.

Weitere Trauer-Selbsthilfegruppen finden Sie auf der Internetseite des Märkischen Kreises: www.maerkischer-kreis.de.

 

Literatur- und Quellenverzeichnis

Allgemeiner Anzeiger: „25 Meter Regenrinne am Friedhof gestohlen“; Allgemeiner Anzeiger, 06.01.2016
Berndt, Sebastian: „Leere Becher, Müll, Hundekot“; Allgemeiner Anzeiger, 29.10.2014
Dettlaff, Ursula: „Friedhofs- auf Johanneskapelle getauft“; Allgemeiner Anzeiger, 03.02.2014
Deutsches Rotes Kreuz Ortsverein Halver e.V.: „Besuch ev. Friedhof Halver 29.06.2006“; in: Jahresbericht 2006, www2.drkcms.de [08.07.2014] [3]
dm: „Halvers Allee des Jahres gewählt“; Allgemeiner Anzeiger, 28.09.2016
Domke, Friederike: „Johanneskapelle: Kupferdiebe schlagen wieder zu“; Allgemeiner Anzeiger, 21.01.2015
Ertelt, Axel: Der Hohenzollernpark"; mein-halver.npage.de, 05.07.2014
Ertelt, Axel: „Halver religiös"; mein-halver.npage.de, 07.12.2014
Ev. Kirchengemeinde Halver: „Gräber der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft saniert“; www.ev-kirche-halver.de [23.10.2013]
Ev. Kirchengemeinde Halver: „Vorplatz neu gestaltet“; www.ev-kirche-halver.de [04.12.2014]
Finger, Benny: „Erneuter Einbruch in Kapelle“; www.come-on.de, 17.12.2014
Holz, Emanuel: Oberbrügge: Mutmaßlicher Metalldieb gefasst"; www.come-on.de, 23.01.2016
Holz, Emanuel: „Alles neu macht die Kirche"; Allgemeiner Anzeiger, 03.02.2017
Holz, Emanuel: „Kirchengemeinde plant Urnengräber"; Allgemeiner Anzeiger, 04.02.2017
Homuth, Claudia: „Volkstrauertag - Erinnerung darf nicht verblassen“; www.derwesten.de, 12.11.2011
Kammenhuber, Hans-Jürgen: „Wie aus einem Friedhof ein Park wurde“; Allgemeiner Anzeiger, 16.09.2013
Kammenhuber, Hans-Jürgen: „925 Taler für ein Leichenhaus des Friedhofes ‚Am Höltken’“; Allgemeiner Anzeiger, 18.09.2013
Kammenhuber, Hans-Jürgen: „Vom Kirchhof zum Hohenzollernpark“; Westfälische Rundschau, www.derwesten.de, 01.08.2008
Kammenhuber, Hans-Jürgen; „Ehemaliger Innenminister ruht auf Oberbrügger Friedhof“; www.derwesten.de, 15.08.2008
Kammenhuber, Hans-Jürgen: „Der ‚Wilhelm Busch des Sauerlandes’“; Allgemeiner Anzeiger, 11.12.2014
Katholische Kirchengemeinde Halver: „Grabpflegestiftung“ (Flyer), www.christus-könig.de/friedhof/, [07.12.2014]
Katholische Kirchengemeinde Halver: „Katholischer Friedhof Halver“ (Flyer), www.christus-könig.de/friedhof/, [07.12.2014]
Knitter, Christa: „Mit dem Zweispänner zum Friedhof“; Hallo Volmetal (Beilage von: Allgemeiner Anzeiger), 03.03.2016
Mais, Alex: „Tag des Friedhofs in Halver“; www.onlinezeitung24.de, 05.09.2008
Olek, Erhard: Dateneintrag zum Ev. Friedhof Halver-Oberbrügge; www.weltkriegsopfer.de, 03.12.2010
Peuckert, Jana: „Schüler legen Blumen nieder“; Allgemeiner Anzeiger, 07.11.2013
Ruthmann, Detlef: „Spielzeug vom Grab gestohlen“; Allgemeiner Anzeiger, 29.10.2014
Teipel, Wolfgang: „Schmuck nur an zentraler Stelle“; www.derwesten.de, 20.07.2012
Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V.: „Listenansicht der Kriegsgräberstätten – Halver – Evangelischer Friedhof; www.volksbund.de, [04.12.2014]
Wikipedia: „Volkstrauertag“; de.wikipedia.org, 22.10.2013
Zacharias, Frank: „Neue Trends auch in der Bestattungskultur“; www.come-on.de, 09.02.13
Zacharias, Kerstin: „Ein Name für die Kapelle“; Allgemeiner Anzeiger, 29.01.2014
 

 
[1] „Vom Kirchhof zum Hohenzollernpark“; Westfälische Rundschau, 01.08.2008
[2] Dies war zumindest noch bis zum Jahr 2011 der Fall.
[3] Der Bericht ist heute auf der Homepage nicht mehr vorhanden. [04.12.2014] und die Linkadresse ist inzwischen ungültig.
 

Weitere Bestattungsthemen hier! 

Bestattungsratgeber zum Downloaden: „Der Tod ist nicht geplant“


Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am 06.02.2017 15:08:09 Uhr.
 

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